Heimniederlage gegen den Spitzenreiter

Ein Sonderlob geht an Darren Egbe (18) für seine persönliche Trefferquote und die Energie über 28 Minuten Einsatzzeit.

Heimniederlage gegen den Spitzenreiter

02. 02. 2026

Dieses Essen mundete den Spielern des SC Rist Wedel nicht. Hatten sie das Hinrunden-Duell bei den ETB Miners am 8. November 2025 noch mit 93:91 gewonnen, so verloren sie am Sonntag die Rückrunden-Partie gegen die Mannschaft aus Essen mit 63:84 (26:42). „Wir haben gegen einen wirklich starken Gegner gespielt“, lobte Rist-Trainer Hamed Attarbashi den Spitzenreiter der 2. Bundesliga ProB, der den Aufstieg in die ProA anpeilt.

Den größten Unterschied zwischen den beiden Begegnungen, zwischen denen zwölf Wochen lagen, sah Rist-Kapitän Linus Hoffmann in der Trefferquote: „Im Hinspiel haben wir unsere Dreier getroffen – dieses Mal leider nicht.“ Wahre Worte, denn gerade bei ihren Fernwürfen (nur drei von 21 zappelten im Netz) hatten die Wedeler kein Zielwasser getrunken. Auch bei den Zweierwürfen waren sie nicht allzu treffsicher, weshalb sie aus dem Spiel heraus lediglich 25 Prozent ihrer 59 Feldwürfe versenkten. Zum Vergleich: Von den Gästen landete fast jeder zweite Feldwurf (48 Prozent) im Korb.

Sinnbildlich für die Unterschiede zwischen Hin- und Rückspiel stand Lincoln Rosebush. Hatte der Rister Importspieler 85 Tage zuvor in Essen noch mit 20 Punkten und acht Rebounds geglänzt, sammelte er jetzt lediglich fünf Zähler und sieben Abpraller. Allerdings entpuppte sich die Verletzung des Kanadiers aus dem vorherigen Spiel in Itzehoe auch als mehrfacher Nasenbeinbruch. Deshalb konnte er am Freitag nur einmal vor dem Essen-Spiel trainieren und musste mit einer Gesichtsmaske auflaufen.

„Beim Derby-Sieg Itzehoe haben wir fast alles getroffen“, erinnerte sich Niklas Krause. Der Aufbauspieler, der mit elf Punkten der zweitbeste Schütze seines Teams war,  stellte fest: „Wir haben auch gegen Essen gute Wurfchancen gehabt, aber die Würfe wollten einfach nicht fallen.“ Dies ärgerte Krause, denn er war der festen Überzeugung, dass „auch gegen den Spitzenreiter etwas drin gewesen wäre, wenn wir ansatzweise getroffen hätten.“

Die Wedeler Probleme in der Offensive wurden schon im ersten Viertel offensichtlich, denn sie erzielten lediglich vier Punkte. Krause nannte es „bemerkenswert, dass wir trotz des schlechten Starts noch im Spiel waren“. Tatsächlich betrug der Rückstand nur zwölf Punkte, weil die Essener ihr Visier auch noch nicht perfekt eingestellt hatten. „Aber irgendwann haben sie uns dann überrollt“, befand Krause angesichts der Tatsache, dass die Gäste im dritten Viertel mit 32 Zählern doppelt so viele Punkte einfuhren wie im ersten Abschnitt.

Dies missfiel auch Hoffmann, der klagte: „Eigentlich ist die Abwehr unsere Stärke – aber dieses Mal snd wir defensiv nicht richtig in die Struktur gekommen.“ Gerade, wenn der Angriffsmotor „nicht richtig rund laufen“ würde, sei es „umso wichtiger, dass wir uns auf unsere defensiven Stärken besinnen“, weiß Hoffmann, der hier für die nächsten Auftritte „mehr Konzentration und eine bessere Einstellung“ anmahnte. Dass es nach dem am 14. November 2025 bezogenen 56:89 gegen die EN Baskets Schwelm „erneut eine heftige Heimpleite“ gesetzt habe, würde ihn „extrem nerven“, ergänzte Hoffmann.

Attarbashi hob derweil hervor, dass „nicht alles schlecht gewesen“ sei. Neben der vergleichsweise guten Trefferquote bei den Freiwürfen – 77 Prozent Trefferquote – gefiel es dem Trainer auch, dass seine Schützlinge „sich nie hängen ließen, sondern bis zum Ende Gas gaben“. So konnte in der Schlussphase zumindest noch Schadensbegrenzung betrieben und das Ergebnis freundlicher gestaltet werden. „Wer nur 25 Prozent seiner Feldwürfe versenkt und noch nicht einmal gut reboundet, verliert normalerweise mit 40 Punkten“, betonte Attarbashi.

Zum „Spieler des Spiels“ wählten die Zuschauer Janne Müller, der mit zwölf Zählern der beste Punktesammler des SC Rist war. Ein Sonderlob verdiente sich auch Darren Egbe, der über 28 Minuten auf dem Parkett stand und sechs von acht Würfen versenkte. Neben den Yalla Risters, die die Korbjäger wieder hervorragend mit ihren Trommeln unterstützten, glänzten in der Halbzeitpause auch die U9-Spieler des Vereins mit einem Einlagespiel. Und zumindest das machte Appetit auf mehr!

Punkte: Müller (12), Krause (11), Martin (10), Darren Egbe (9), Bjarkason (6), Hoffmann (6), Rosebush (5), Fatnassi (2), Postic (2), Alegbe.
Viertel-Ergebnisse: 4:16, 22:26, 18:32, 19:10.

Kommendes Wochenende sind die 1. Herren zu Gast in Iserlohn. Gegen die Kangaroos steht ein "4-Punkte"-Spiel um den Schritt zum Klassenerhalt an... 
Das nächste Heimspiel ist am 15.2. um 17:00 Uhr, dann findet auch unser traditioneller Jugendtag statt.

Bericht: Johannes Speckner, Foto: (c) Manningeaux (Auf dem Foto: Janne Müller)