Schmerzhafte Niederlage im Nachholspiel

12. 03. 2026

Der Wintereinbruch zu Jahresbeginn hatte zu einer hohen Schneelast auf dem Dach der Steinberghalle und deren Sperrung durch die Stadt Wedel geführt. Deshalb konnte der SC Rist Wedel die TSV Neustadt Tempos Shooters am 10. Januar nicht empfangen. Dass die Partie am Mittwochabend und damit an einem Wochentag nachgeholt wurde, wirkte sich negativ auf die Zuschauerzahl aus. Und auch die Saison-Bilanz der Rister ist ab sofort negativ, denn nach dem 72:82 (35:34) gegen die Neustädter stehen elf Niederlagen nun zwölf Niederlagen gegenüber.

„Wir hätten diese Partie auch gewinnen können, haben aber unsere Stärken nicht genug zum Tragen bringen können“, urteilte Hamed Attarbashi. Damit bezog sich der Rist-Trainer vor allem auf die Anzahl der gewonnene Abpraller. Diese zu erobern, ist eigentlich eine Spezialität der Rister – dieses Mal aber holten sie nur 39 Rebounds, elf davon in der Offensive. Lincoln Rosebush war mit zehn Rebounds und 19 Punkten der effizienteste Wedeler. Dagegen gewannen die Gäste 44 Rebounds, 17 davon unter dem gegnerischen Korb; Robin Kniss sammelte alleine zwölf Abpraller.

Die ersten beiden Viertel verliefen komplett ausgeglichen. Aus Rister Sicht war in dieser Phase ein 15:9 (5. Minute) der deutlichste Vorsprung und ein 27:32 der höchste Rückstand (15.). Ansonsten gab es wechselnde, knappe Führungen. Auch der dritte Durchgang blieb zunächst eng, ehe die Wedeler in dessen Schlussphase einen 0:11-Lauf hinnehmen mussten. So wurde aus einem 54:54-Gleichstand (29.) innerhalb von hundert Sekunden ein 54:65-Rückstand.

Den vierten und letzten Abschnitt gestalteten die Wedeler, bei denen Paul Mellentin sein ProB-Debüt gab und knapp viereinhalb Minuten auf dem Feld stand, wieder ausgeglichen. Das Bemühen, die Partie noch einmal drehen zu wollen, war keinem Rister abzusprechen. Näher als bis auf acht Punkte kamen die Wedeler aber nicht mehr heran. „Respekt an den Gegner, der gut gereboundet und insgesamt gut gespielt hat“, lobte Attarbashi die Neustädter.

Andererseits gab der Trainer auch zu: „Wir haben die Sachen, die wir gut können, dieses Mal leider nicht auf das Parkett bekommen.“ Ärgerlich war vor allem die schlechte Freiwurfquote: Dass die Grün-Gelben lediglich 16 ihrer 30 Freiwürfe verwandelten (53 Prozent), brach ihnen das Genick. „Es nervt, wenn eine Mannschaft gute Aktionen zum Korb hat, dann aber gefoult wird – und sich dann nur unzureichend belohnt, weil sie viele Freiwürfe vergibt“, haderte Attarbashi.

Die Frage, ob seinem Team nur vier Tage nach der 87:100-Niederlage gegen die Dragons Rhöndorf am Ende die Kräfte ausgegangen seien, verneinte der Coach („Wir haben ja auch viel gewechselt.“), wenngleich er zugab: „Wir befinden uns in der Schlussphase der Saison und gerade unseren jungen Spielern, die parallel noch in der NBBL oder in der Regionalliga für die Towers aktiv sind, stecken viele Spiele in den Knochen.“  Mentale Probleme bei seinen Schützlingen sieht Attarbashi nicht: „Die vorherige Niederlage hat uns sicher nicht geholfen, aber unsere Spieler freuen sich generell auf jedes Spiel – und alternativ hätten wir trainiert.“

Wieder auf dem Parkett, aber noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war Niklas Krause. „Er ist von der Intensität nicht am Limit gewesen“, urteilte Attarbashi. Dies galt auch für Janne Müller, der tags zuvor noch beim Bundesliga-Spiel des Kooperationspartners Veolia Towers Hamburg (82:84 gegen Science City Jena) dabei gewesen war. Anders, als der starke Darren Egbe, konnte Müller nun seine guten Leistungen der Vorwochen nicht bestätigen. Auch das wäre am 10. Januar vielleicht anders gewesen.

Am kommenden Wochenende geht es zu den EWE Baskets. Es geht um das Erreichen der Playoffplätze. Durch die Niederlage gegen Neustadt stehen wir nun auf Platz 9 der Tabelle.
Am 21.3 ist dann unser letztes reguläres Heimspiel – da brauchen wir euch alle! Seid dabei... es geht nochmal um Alles! 

Punkte: Rosebush (19), Darren Egbe (13), Alegbe (9), Martin (9), Krause (8), Bjarkason (6), Müller (4), Danny Egbe (2), Hoffmann (2), Mellentin, Postic, Behrendt (n. e.)
Viertel-Ergebnisse: 16:18, 19:16, 19:29, 18:19.

Text: Johannes Speckner, Foto: (c) Manningeaux (Auf dem Bild: Lincoln Rosebush)