Aussenseiterrolle in Westerstede

13. 03. 2026

Im enorm engen Klassement der 2. Bundesliga ProB Nord rutschte der SC Rist Wedel am Mittwochabend aus den Play-Off-Plätzen heraus. Weil die Gelb-Grünen mit einem 72:82 (35:34) im Nachholspiel gegen die TSV Neustadt Temps Shooters auch ihren zweiten Heim-Auftritt innerhalb von vier Tagen verloren, rutschten sie hinter die nun punktgleichen Neustädter auf den undankbaren neunten Rang ab. Aber: Schon am Sonnabend, 14. März, können sie ab 19 Uhr den Spieß umdrehen. Gewinnen die Rister (22 Punkte) bei den Baskets Juniors TSG Westerstede (vierter Platz, 24 Zähler), würden sie mindestens ihren Gegner im Tableau überholen und wieder einen Play-Off-Platz innehaben.

Welche Doppellizenzspieler den Wedelern zur Verfügung stehen, ist fraglich; ihr Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg empfängt am Freitag, 13. März, die MLP Academics Heidelberg. „Wir müssen abwarten, wie unser Kader aussieht“, sagte Rist-Trainer Hamed Attarbashi, der den Gegner lobte: „Die Westersteder sind stark und in der Favoritenrolle, auch wenn wir sie zuhause geschlagen haben.“ In jenem Hinspiel am 6. Dezember 2025 hatten sich die Teams mit offenem Visier duelliert und die Wedeler mit 100:90 (56:39) gewonnen. Der Kern der niedersächsischen Mannschaft, die vor Jahresfrist in die 2. Bundesliga ProB aufgestiegen war, besteht aus jungen Spielern der Jahrgänge 2006 und 2007, die überwiegend aus dem Nachwuchs der EWE Baskets Oldenburg kommen.

Die Westersteder und die Oldenburger kooperieren bereits seit 2013. Nach zuvor drei Siegen hintereinander verloren die Westersteder so, wie die Wedeler, ihre jüngsten beiden Aufgaben, die ihnen allerdings in der Fremde gestellt worden waren: Einem 72:74 beim RSV Eintracht Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf folgte am vergangenen Sonnabend ein 74:78 beim SSV Lokomotive Bernau. Wenngleich die Westersteder sehr heimstark sind – sieben ihrer zehn Siege feierten sie in der Hössenssporthalle, womit sie in der Heim-Tabelle Dritter sind –, fahren die Rister keinesfalls chancenlos in den Westen Niedersachsens: „Wir können in dieser Liga jeden Gegner schlagen, aber auch gegen jede Mannschaft verlieren“, sagte Attarbashi mit Blick auf sein junges Team, dessen einzige Konstanz die Inkonstanz ist.

Ob deshalb das vermeintlich leichte Restprogramm – an den letzten beiden Spieltagen treten die Rister noch gegen den Tabellenvorletzten Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf (kurz „TKS 49‘ers“) und beim bereits abgestiegenen Schlusslicht SC Rasta Vechta II an –  wirklich ein Vorteil ist, bleibt abzuwarten. Attarbashi legte sich jedenfalls fest: „Wenn wir zwei unserer letzten drei Spiele gewinnen, müsste es mit dann insgesamt 13 Siegen für den Einzug in die Play-Offs reichen.“ Im Gegenzug können die Rister rein hypothetisch auch noch absteigen. Dafür müssten:

- die Wedeler selbst ihre drei noch offenen Partien (in Westerstede, gegen die TKS 49‘ers und in Vechta) verlieren, wodurch sie bei 22 Punkten bleiben würden.

- die TKS 49‘ers gegen Neustadt, in Wedel und gegen Bernau gewinnen, wodurch sie auf 22 Punkte kommen würden.

- die Dragons Rhöndorf gegen Vechta gewinnen, bei den BSW Sixers verlieren und gegen Rostock gewinnen, wodurch sie auf 22 Punkte kommen würden.

- die Iserlohn Kangaroos gegen Itzehoe, in Schwelm und gegen Essen gewinnen, wodurch sie auf 24 Punkte kommen würden und gerettet wären.

- die BSW Sixers in Herten, gegen Rhöndorf und in Westerstede gewinnen, wodurch sie auf 24 Punkte kommen würden und gerettet wären.

- die Rostock Seawolves Academy in Essen und / oder gegen Herten gewinnen, aber in Rhöndorf verlieren, wodurch sie auf 24 oder 26 Punkte kommen würden und gerettet wären.

- die TSV Neustadt Temps Shooters bei den TKS 49‘ers verlieren, aber in Bernau und / oder gegen Itzehoe gewinnen, wodurch sie auf 24 oder 26 Punkte kommen würden und gerettet wären.

In diesem Fall würde zur Ermittlung des zweiten Absteigers ein Dreiervergleich zwischen den punktgleichen Teams SC Rist, Dragons Rhöndorf und TKS 49‘ers herangezogen werden, in den nur die Duelle zwischen diesen Mannschaften einfließen. Diese Dreier-Tabelle sähe wie folgt aus:

1. Platz TKS 49‘ers mit 6:2-Punkten (zwei Siege gegen Rhöndorf, ein Sieg in Wedel, eine Niederlage gegen Wedel), was den Klassenerhalt bedeuten würde.

2. Platz Rhöndorf mit 4:4-Punkten (zwei Siege gegen Wedel, zwei Niederlagen gegen Stahnsdorf), was den Klassenerhalt bedeuten würde.

3. Platz SC Rist mit 2:6-Punkten (ein Sieg in Stahnsdorf, eine Niederlage gegen Stahnsdorf, zwei Niederlagen gegen Rhöndorf), was den Abstieg bedeuten würde.

Aber: Allzu große Sorgen müssen deshalb am Steinberg nicht aufkommen, denn in jeder anderen Konstellation hätte der SC Rist den Klassenerhalt sicher. Etwa, wenn es einen Dreiervergleich mit den TKS 49‘ers und den BSW Sixers geben würde. Und wenn die Wedeler noch einen Sieg holen oder die TKS 49‘ers einmal verlieren sollten, wäre der SC Rist endgültig aller Abstiegssorgen ledig und im enorm engen Klassement kein direkter Vergleich mehr notwendig.

SAVE THE DATE: Von den letzten drei Spielen ist das Spiel am 21.3. um 19:00 Uhr gegen die TKS 49ers zu Hause in der Steinberghalle! Da kann es nochmal um den Einzug in die Playoffs gehen!
Seid dabei – unterstützt die 1. Herren beim letzten regulären Saisonspiel! 

Text: Johannes Speckner, Foto: (c) Manningeaux (Auf dem Foto: 

Die letzten Duelle gegen Westerstede:

6. Dezember 2025: SC Rist Wedel – Baskets Juniors TSG Westerstede 100:90

15. Februar 2020: Baskets Akademie Oldenburger TB – SC Rist Wedel 84:78
22. September 2019: SC Rist Wedel – Baskets Akademie Oldenburger TB 76:73

10. Februar 2019: Baskets Akademie Oldenburger TB – SC Rist Wedel 100:66
18. November 2018: SC Rist Wedel – Baskets Akademie Oldenburger TB 86:80

4. Februar 2018: SC Rist Wedel – Baskets Akademie Oldenburger TB 74:87
21. Oktober 2017: Baskets Akademie Oldenburger TB – SC Rist Wedel 65:62

12. Februar 2017: SC Rist Wedel – Baskets Akademie Oldenburger TB 69:63
4. Dezember 2016: Baskets Akademie Oldenburger TB – SC Rist Wedel 83:68