12. 06. 2026
Als Janne Müller vor Jahresfrist von den Telekom Baskets Bonn und deren Kooperationspartner Dragons Rhöndorf an die Elbe kam, unterschrieb er bei den Veolia Towers Hamburg einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Trotzdem verabschiedete sich der Flügelspieler nun nach nur einem Jahr wieder von den „Türmen“ und deren Kooperationspartner SC Rist Wedel: Der 19-Jährige wechselt zur kommenden Saison in die National Collegiate Athletic Association (NCAA), die bekannteste Collage-Basketball-Liga in den USA. Dort wird er für die „WU Griffins“ auflaufen. Das Team der Westminster University ist ansässig in Salt Lake City, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah.
„Wie bei vielen jungen Spielern, so war auch bei Janne der Wunsch sehr groß, an ein College zu kommen“, erklärte Christoph Roquette. Der Sportliche Leiter des SC Rist betonte, dass „Janne das offen kommuniziert“ habe: „Es war nur fraglich, ob er seinen Wunsch in die Tat umsetzen kann und an einem College aufgenommen wird.“ Nun haben alle Beteiligten Klarheit und der 43-Jährige bedauerte den Abschied von Müller ausdrücklich: „Es ist schade, dass wir den Weg nicht gemeinsam weitergehen und seine Entwicklung mit unserem Programm weiter vorantreiben können.“
In seiner Zeit an der Elbe absolvierte Müller 17 Einsätze für den SC Rist in der 2. Bundesliga ProB (205 Punkte). Für die Veolia Towers stand er achtmal in der 1. Bundesliga (acht Punkte) und elfmal im Euro-Cup (elf Punkte) auf dem Feld. „Janne ist als U19-Vizeweltmeister und nach einer sehr guten ProB-Saison mit Rhöndorf zu uns gekommen“, erinnerte sich Roquette. In Müllers Leistungen im gelb-grünen Trikot sah der Sportliche Leiter „ein Spiegelbild der Wedeler Saison“, weil auch der Flügelspieler „Höhen und Tiefen gehabt“ habe.
So gab es Partien, in denen Müller „gut in Schuss“ war und mit 27 Punkten glänzte: Am 21. Februar in Schwelm und am 7. März gegen seinen alten Verein die "Dragons Rhöndorf".
„Er hatte aber auch einige Spiele, in denen er über eine einstellige Punkteausbeute nicht hinausgekommen ist“, sagte Roquette. Unter dem Strich steht in Müllers ProB-Bilanz ein Schnitt von 12,1 Punkten, 1,1 Assists und 2,2 Rebounds pro Begegnung. Bei seinen Versuchen aus dem Nahbereich versenkte Müller in der ProB mit 48,1 Prozent fast jeden zweiten Ball; von seinen abgegebenen Dreierwürfen fanden 21,8 Prozent den Weg ins Ziel.
„Janne hat es nicht geschafft, konstant gute Leistungen auf das Parkett zu bringen, was in seinem Alter aber natürlich auch viel verlangt ist“, urteilte Roquette. Unstrittig ist, dass der gebürtige Bonner auch in der kommenden Serie eine Bereicherung für das Rister Spiel gewesen wäre. Nun kam es aber anders und Roquette betonte abschließend: „Wir wünschen Janne alles Gute. Wir hoffen, dass er in Amerika seine nächsten Schritte machen wird und sind gespannt, wann wir ihn in Deutschland wiedersehen werden.“
Text: Johannes Speckner, Foto: Manningeaux