19. 06. 2026
Nach fünf Jahren: Neue Herausforderung für Al-Fayed Alegbe
Auch in der kommenden Saison wird Al-Fayed Alegbe in der Steinberghalle spielen. Allerdings nur einmal und dann als Aktiver der Gast-Mannschaft. Denn der 22-Jährige verlässt den SC Rist Wedel in diesem Sommer nach fünf Jahren und wird sich einem Verein anschließen, der ebenfalls der 2. Bundesliga ProB Nord angehört. „Es ist sehr, sehr schade, dass Alfa uns verlässt“, sagte Christoph Roquette. Der Sportliche Leiter des SC Rist stellte rückblickend fest: „Alfa war – erst als Doppellizenzspieler, dann als vollwertiger Profi – über einen langen Zeitraum für uns aktiv.“
Nach Stationen bei den Hamburg Warriors und beim Bramfelder SV, für den Alegbe in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) auflief, war der Flügelspieler im Sommer 2020 zu den Veolia Towers Hamburg gewechselt. Mit dem Beginn der Saison 2021/2022 kam er zusätzlich auch beim SC Rist, dem Kooperationspartner der „Türme“, zum Einsatz. Am Steinberg entwickelt er sich so gut, dass er am 1. Oktober 2022 sein Bundesliga-Debüt für die Towers gab. Beim SC Rist avancierte Alegbe anschließend zum Leistungsträger und absolvierte insgesamt 107 Einsätze in der 2. Bundesliga ProB.
„Als Alfa zu uns kam, war er mitunter ein bisschen verträumt“, erinnerte sich Roquette, der Alegbe als „sehr unbekümmert“ umschrieb: „Er hat sich lange gar keine Gedanken über seine Karriere und seine Perspektive gemacht, sondern einfach von Training zu Training geschaut.“ Hier sei es „Aufgabe der Rister Verantwortlichen gewesen“, ergänzte der Sportliche Leiter, „Alfa dahin zu bringen, dass er seinen Alltag professioneller angeht und mehr auf sich achtet“. Und dies sei „gut gelungen“, stellte Roquette zufrieden fest: „Er hat es geschafft, im Training immer engagiert aufzutreten sowie bei jeder Einheit und jedem Spiel fokussiert zu sein“, lobte der Sportliche Leiter.
So sei „aus einem Nachwuchstalent, das mal ein paar Minuten Einsatzzeit bekommen hat, ein reifer, gestandener ProB-Spieler geworden“, ergänzte Roquette. Der 43-Jährige hob hervor: „Mit dem Programm, das wir mit den Towers zusammen haben, wollen wir nicht nur Spieler für die BBL entwickeln, sondern natürlich auch Akteure, die bei uns in der ProB Leistungsträger werden können.“ Diese Rolle füllte Alfa, wie der Flügelspieler von seinen Mitspielern und Freunden gerufen wird, zuletzt hervorragend aus: In der nun zu Ende gegangenen Serie 2025/2026 stand er in allen 26 ProB-Saisonspielen auf dem Parkett, und das im Schnitt mehr als 22 Minuten.
Angesichts seiner Mittelwerte von 7,8 Punkten und 3,2 Rebounds hätte Alegbe den Wedelern sicher auch in der kommenden Saison gut zu Gesicht gestanden, oder? „Natürlich, denn er hat unserer Mannschaft eine unglaubliche Energie gebracht“, versicherte Roquette, dass er den 22-Jährigen „gerne gehalten hätte“. Aber: Nachdem die Rister Verantwortlichen in den vergangene Spielzeiten „versucht haben, Alfa alle Werkzeuge an die Hand zu geben, damit er sich entwickeln und besser werden kann“, so Roquette, sei es nun „für ihn vielleicht an der Zeit, einmal etwas Neues zu machen“.
Es würde Alegbe „gut tun, aus seinem gewohnten Umfeld herauszukommen und eine neue Herausforderung anzunehmen“, dachte Roquette an die Weiterentwicklung des Flügelspielers: „Wir lassen ihn schweren Herzens ziehen, aber für ihn ist das ein guter Weg.“ Die Rister Verantwortlichen seien „damit völlig fein“, versicherte der Sportliche Leiter. Und die Tür in Wedel ist für den gebürtigen Hamburger togoischer Abstammung natürlich nicht verschlossen: „Wir haben ihm gesagt, dass wir ihn auch zu einem späteren Zeitpunkt mit Kusshand wieder nehmen würden“, hält es Roquette für möglich, dass die Steinberghalle irgendwann wieder die feste sportliche Heimat für Alegbe wird.
Text: Johannes Specker, Fotos: (c) Manningeaux