Neuer Headcoach in der ProB: Stanley Witt übernimmt die 1. Herren.

Stanley Witt als Co-Trainer an der Seitenlinie mit Headcoach Benka Barloschky (links) bei den Veolia Towers Hamburg.

Neuer Headcoach in der ProB: Stanley Witt übernimmt die 1. Herren.

03. 07. 2026

Stanley Witt: „Voller Vorfreude“ auf seine Trainertätigkeit beim SC Rist

„Er ist ein erfahrener Coach, zu dem ich aufblicke.“ Das sagte Stanley Witt über Hamed Attarbashi, von dem er in diesem Sommer das Traineramt beim SC Rist Wedel übernimmt – und mit dem er sich am Sonntag traf. Diese Unterredung war dem 30-Jährigen „sehr wichtig“, weil er sich „Tipps holen und quasi eine Übergabe machen“ wollte. Anschließend berichtete er: „Unser Gespräch war sehr gut und konstruktiv – und ich freue mich riesig auf die neue, vor mir liegende Aufgabe.“

Dass Attarbashi den SC Rist nach drei Jahren verlässt, liegt vornehmlich daran, dass der Kooperationspartner Veolia Towers Hamburg keine Wildcard für den Euro Cup erhält. Daraufhin wurde entschieden, dass Witt, Assistenzcoach der „Türme“, in Personalunion die Wedeler in der 2. Bundesliga ProB betreuen soll. Daraus, dass er Attarbashis Ausscheiden „unheimlich bedauern“ würde, machte Christoph Roquette keinen Hehl. Der Sportliche Leiter des SC Rist betonte aber auch, dass er „voller Vorfreude“ auf die Zusammenarbeit mit Witt sei: „Ich kenne Stanley schon etwas länger und hätte nicht zugestimmt, dass er unser Trainer wird, wenn ich nicht menschlich wie sportlich zu hundert Prozent von ihm überzeugt wäre.“

Natürlich sei der neue Übungsleiter „ein anderer Typ als Hamed“, sagte Roquette, um sogleich hinterher zu schieben: „Er ist ein jüngerer Trainer, der noch nicht so viel Erfahrung hat wie Hamed, der vor 20 Jahren auch noch nicht so viel erlebt hatte wie heute.“ Witt war nach Stationen bei den Rostock Seawolves und bei Phoenix Hagen im Sommer 2022 als Co-Trainer bei den Veolia Towers eingestiegen. „Dort hat er als Assistent von Benka Barloschky schon viel miterlebt – und jetzt ist es für ihn an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen“, sagte Roquette, der über den gebürtigen Hagener hinzufügte: „Er ist ein junger Trainer, der frischen Wind und neue Ideen einbringen wird.“

Weitere Ideen sammeln könnte Witt ab Donnerstag, 2. Juli, in Athen, wo er an einer Trainerfortbildung teilnehmen wird. „Ich versuche immer, die Sommerpause für den Besuch von Coach Clinics zu nutzen“, erklärte Witt: „Für einen Trainer ist es ein stetiger und wichtiger Prozess, sich weiterzuentwickeln.“ Gefragt, welche Übungsleiter seine Vorbilder seien, nannte Witt zwei Trainer. Erstens den Kanadier Chris Harris, der gerade mit Phoenix Hagen in die Bundesliga aufgestiegen ist: „Er war mein U12-Trainer und mein Mentor in jeglichen Belangen.“ Und zweitens den Spanier Pedro Martinez, der gerade mit dem FC Valencia spanischer Meister geworden ist: „Er hat mich, wie Harris, sehr geprägt.“

Auch auf die Frage, für welchen Basketball er als Trainer stehen und wie er seine Arbeit beim SC Rist angehen würde, hatte Witt eine ausführliche Antwort parat. Der Wedeler Verein sei „weit mehr als nur ein Farm-Team der Veolia Towers, in dem sich Spieler entwickeln sollen“, betonte Witt: „Ich weiß um die lange Historie von gutem, hochklassigem Basketball am Steinberg.“ Die dortige Atmosphäre erlebte er als Offizieller der Rostock Seawolves in der Saison 2014/2015 schon einmal als Gegner: „Da saß ich hinten auf der Bank, als sich ‚Rocky‘ noch heiße Duelle unter dem Korb geliefert hat“, sagte er mit Blick auf Roquette, mit dem er zukünftig eng zusammen arbeiten wird.

Eine Zielsetzung in Bezug auf einen Tabellenplatz wollte Witt „noch nicht ausgeben, weil unser Kader ja noch nicht feststeht“. Aber zur generellen Marschroute sagte der neue Coach: „Für uns geht es darum, mit schnellem, attraktivem Basketball Spiele zu gewinnen. Das sind wir dem Standort Wedel schuldig. Das müssen und werden wir unter einen Hut bringen mit der Vorgabe, dass sich unsere jungen Spieler weiterentwickeln.“ Gerade im Hinblick auf die Kooperation mit den Veolia Towers seien eben „nicht nur die Ergebnisse und Siege wichtig“, so der 30-Jährige. Vielmehr gehe es „darum, während der Weiterentwicklung der Talente auch so erfolgreich wie möglich zu sein“.

Die Arbeit mit jungen Talenten würde ihm „große Freude bereiten“, ergänzte Witt: „Ich komme ja ursprünglich aus dem Nachwuchsbereich, wo ich in Hagen und Rostock als Jugendkoordinator schon deutlich mehr Jahre gearbeitet habe als im Erwachsenenbereich.“ Der 30-Jährige, der in Hamburg-Harburg lebt und sich dort „sehr wohl fühlt“, wird in diesem Sommer seine langjährige Freundin heiraten. „Danach gilt meine volle Konzentration der Saisonvorbereitung mit dem SC Rist“, versprach Witt. Er sei „überzeugt davon, dass wir eine gute Mannschaft mit vielen talentierten Spielern zusammenbekommen werden“, sagte Witt, der in den Abgängen der erfahrenen Kräfte Al-Fayed Alegbe und Linus Hoffmann auch eine Chance sieht: „Dadurch können sich unsere jungen Akteure noch mehr profilieren und Verantwortung übernehmen.“

Roquette hob hervor, dass Witt „auch in den vergangenen Jahren schon etwas näher an unserem ProB-Team dran gewesen“ sei. „Das war für die Außenstehenden vielleicht nicht so sehr wahrnehmbar – aber er hat bei uns auch schon als Co-Trainer ausgeholfen und Übungseinheiten geleitet.“ Wiederholt führte Witt zudem Individualtraining mit den Doppellizenzspielern durch. Angesprochen auf die Parallelen zum heutigen Towers-Chefcoach Barloschky, der von 2019 bis 2021 ebenfalls parallel die Chefrolle in Wedel und die Co-Trainer-Tätigkeit bei den „Türmen“ innegehabt hatte, sagte Roquette: „Damals hat es sehr gut funktioniert – und wir sind als Verein dafür bekannt, dass wir nicht nur jungen Spielern, sondern auch jungen Trainern eine Chance geben.“ Damit sie sich so entwickeln können, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch zu ihnen aufgeblickt wird.

Text: Johannes Speckner, Foto: Dennis Fischer (Portrait) / Johannes Speckner