Das war 2014: Unser heutiger sportlicher Leiter, Christoph Roquette (vorne links) im Duell mit Tobias Lange (rechts daneben). Geschenkt wurde sich nichts...
04. 08. 2026
Als Kämpfer und Mentor: Tobias Lange zurück beim SC Rist
Aus Spaß wurde Ernst. „Als erstmals das Thema aufkam, dass ich Trainer beim SC Rist Wedel werden könnte, habe ich Tobi spaßeshalber gefragt, ob er noch einmal Lust hätte, in der 2. Bundesliga ProB zu spielen.“ Das sagte Stanley Witt über seine erste „Anfrage“ an Tobias Lange, mit dem er seit der gemeinsamen Zeit bei den Rostock Seawolves (2014 bis 2016) „gut befreundet“ ist. Als Ende Juni klar war, dass Witt tatsächlich die Rister übernimmt, habe er „noch einmal ernsthaft angeklopft“ bei Lange, ergänzte Witt, der tatsächlich eine Zusage bekam: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass Tobi die Saisonvorbereitung bei uns absolvieren wird und wir dann gemeinsam schauen, wie sein Körper auf die Belastung reagiert.“
Denn Lange, der in der Saison 2012/2013 schon einmal für die Wedeler aktiv gewesen war, feierte am 30. Juni seinen 36. Geburtstag. „Und er hat ein paar Jahre nicht auf Leistungsniveau gespielt“, sagte Witt angesichts der Tatsache, dass der 2,08 Meter große Centerspieler letztmals in der Serie 2021/2022 beim Eimsbütteler TV in der ProB aktiv gewesen war. „Aber er traut es sich zu und hat richtig Bock auf diese Aufgabe“, sagte Witt. Er offerierte seinem Freund nicht nur ein Engagement auf dem Spielfeld: „Mit seiner Erfahrung soll Tobi in eine Mentoren-Rolle schlüpfen und unsere jungen Spieler – gerade die großen Jungs, die seine Position bekleiden – führen“, erklärte der Coach.
Als Sportlicher Leiter des SC Rist traut auch Christoph Roquette, der ebenfalls lange Jahre als Center aktiv war, Lange eine solche Rolle zu: „Wir haben mit Tyrese Steinig und Fiete Meinberg wirklich starke Talente für die Center-Position und insgesamt ein sehr junges Team – deshalb haben wir uns dazu entschieden, mit Tobi einen echten Veteranen dazu zu holen.“ Lange, der neben seinen bereits erwähnten ProB-Stationen in Wedel, Rostock und Hamburg-Eimsbüttel auch schon für den RSV Eintracht Stahnsdorf (ProB), die TSG Bergedorf (2. Regionalliga) sowie den SC Alstertal-Langenhorn (Oberliga) auf Korbjagd ging, charakterisierte Roquette wie folgt: „Er ist ein Kämpfer, der sehr emotional ist und weder sich noch seine Gegner schont – und genau diese Härte, genau diesen Kampfgeist brauchen wir.“
Die Vereinbarung besagt, dass sich alle Beteiligten in der zweiten September-Hälfte, wenn sich die Vorbereitungsphase ihrem Ende entgegen neigt, zusammensetzen. „Dann werden wir schauen, wie es für Tobi gelaufen ist und wie sein Körper die Intensität weggesteckt hat“, sagte Witt. Klar ist, dass der Trainer und der Sportliche Leiter des SC Rist den Wunsch haben, mit Lange in die neue ProB-Saison zu gehen: „Tobi würde nicht auf seine persönlichen Statistiken schauen, sondern mannschaftsdienlich agieren – und er würde uns mit seiner Erfahrung und seiner Härte unter dem Korb gut tun“, hofft Roquette, dass bald auch die Spieler der Gegner spüren, wie ernst Lange den Leistungssport noch nimmt.
Text: Johannes Speckner, Fotos: Tobias Hahn/Benjamin Lehmann