Das Team der Coaches für die 1. Damen und WNBL für die Saison 2026/27.
02. 09. 2026
Anderthalb Jahre ist es nun her, dass Andrea Koschek als Vorsitzende des SC Rist Wedel und Gundula Laabs aus der Jugendleitung des Vereins Gespräche mit den Verantwortlichen der Hamburg Towers aufnahmen. Ziel war es, die Kooperation, die im Herrenbereich bereits seit 2014 besteht und kontinuierlich intensiviert wurde, auf den weiblichen Bereich auszuweiten. Koschek wies diesbezüglich noch einmal darauf hin, dass der SC Rist „in dieser Zusammenarbeit natürlich der zweite Partner“ sei: „Dabei geht es uns um das große Ganze. Wir haben für den Frauen-Basketball in Hamburg und Umgebung die richtige Entscheidung getroffen.“
Jan-Christian Both hat sich verabschiedet
Die Spielzeit 2025/2026 war die Premieren-Saison. In dieser erreichten die U18-Juniorinnen des SC Rist in der Weiblichen Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (WNBL) das Play-Off-Achtelfinale und die 1. Frauen wurden in der 1. Regionalliga Nord Tabellen-Achter, einen Platz und zwei Punkte hinter den Towers-Damen liegend. Richtig durchstarten wollen die beiden Klubs im Frauen- und vor allem im weiblichen Nachwuchsbereich in der kommenden Serie. Und für diese stellten sich die Rister personell neu auf. Dies war nötig, weil sich Jan-Christian Both, der als langjähriger Coach des WNBL-Teams zuletzt auch die Frauen trainiert hatte, aus privaten und beruflichen Gründen im Juni verabschiedet hatte.
Alvaro Reynoso ist neuer Damen-Trainer
Dafür mussten viele Gespräche geführt werden: „Es hat lange gedauert, den Damen- und WNBL-Bereich für die neue Saison zu strukturieren“, gab Koschek zu: „Aber es ist uns gelungen, gute Lösungen zu finden.“ Neuer Coach der 1. Damen, die weiterhin wie die 1. Frauen der Towers in der 1. Regionalliga Nord antreten, ist Alvaro Reynoso. Der gebürtige Argentinier war zuvor beim FC St. Pauli tätig. Gundula Laabs steht ihm als als Sportliche Leitung WNBL und 1. Damen vor.
Nele Gleitsmann trainiert das WNBL-Team
Beim WNBL-Team bilden Nele Gleitsmann (Cheftrainerin), die lange selbst für den SC Rist spielte und nun für die BG 89 Avides Hurricanes Rotenburg/Scheeßel in der 2. Bundesliga auf dem Parkett steht, und Ken Karstens als Assistent das Trainerteam. Maher Melek fungiert als Physiotherapeut des Teams, das mit Hamed Attarbashi zudem einen „prominenten“ Individualtrainer bekam. Der 50-Jährige hatte in den vergangenen drei Spielzeiten noch die 1. Rister Herren betreut und kehrt nun quasi zurück zu seinen Wurzeln. Denn zu Beginn seiner Trainerkarriere hatte Attarbashi bereits beim TSV Sasel, bei der TSG Bergedorf sowie beim BC Hamburg im (weiblichen) Nachwuchsbereich gearbeitet, und, nachdem er Hamburg verlassen hatte, auch in Paderborn und Bremerhaven erfolgreich junge Spieler ausgebildet.
Towers-Mädchen lösen WNBL-Ticket
Zahlreiche Spielerinnen, die in der Vorsaison dem WNBL-Team des SC Rist angehörten, wechselten im Juni im Rahmen einer Bündelung der Kräfte zu den Towers-Juniorinnen. Sie schafften mit vier klaren Siegen souverän die erstmalige Qualifikation für die WNBL. „Unsere Mädels haben von Anfang an verstanden, worum es geht“, lobte Laura Zdravevska. Die Towers-Trainerin fügte allerdings hinzu: „Die Ergebnisse waren schon sehr deutlich, aber das sollten wir nicht überbewerten – wir hatten vielleicht einfach eine gute Gruppe erwischt.“ Die Zusammenarbeit mit dem SC Rist sieht Zdravevska „ähnlich wie im Männer-Bereich“ und präzisierte: „Es wird in die Richtung gehen, dass die Spielerinnen, die noch nicht ganz so weit sind, sich in Wedel individuell weiterentwickeln.“
Koschek spricht von „Meilenstein“
Die Rister Juniorinnen hatten ihr WNBL-Ticket für die kommende Saison bereits durch ihre Platzierung der vergangenen Spielzeit sicher. „Wir werden in die neue WNBL-Saison ein Perspektivteam mit einigen Wedeler Spielerinnen und einigen jungen Talenten aus anderen Vereinen ins Rennen schicken“, sagte Koschek. Dass die Rister Juniorinnen, die in den vergangenen Jahren selbst sehr erfolgreich gearbeitet und letztmals im Frühjahr 2024 das Final Four um die Deutsche Meisterschaft erreicht hatten, nun nur noch die „zweite Geige“ spielen, sieht Koschek dabei keinesfalls als Rücktritt. Stattdessen betrachtet sie das große Ganze: „Unserer Meinung nach ist das ein Meilenstein im weiblichen Basketball-Bereich für Hamburg und Umgebung.“
Gute Trainings- und Spielmöglichkeiten
Als Saisonziele gab Koschek sie den Klassenerhalt und die individuelle Ausbildung der Spielerinnen als Saisonziele aus. „Die beiden WNBL-Kader der Towers und des SC Rist werden weiterhin eng vernetzt bleiben und einmal pro Woche auch gemeinsam trainieren“, erklärte Koschek. Zudem freut sich die Vorsitzende, dass nun „dank der Kooperation 30 Spielerinnen der Jahrgänge 2009 bis 2011 sehr gute Trainings- und Spielmöglichkeiten haben“. Auch Zdravevska ist es „wichtig, den Basketball für die Mädels in Hamburg attraktiver zu machen und ihnen gute Bedingungen bieten zu können“. So wird das WNBL-Team der Towers regelmäßig die Trainingshalle am Bostelbeker Damm in Hamburg-Heimfeld, in der auch die Bundesliga-Mannschaft der „Türme“ und das ProB-Team des SC Rist trainieren, nutzen.
Zweitspielrecht bei Frauen-Zweitligisten?
Mittelfristig peilen die Towers-Verantwortlichen für ihr Frauen-Team den Sprung in die 2. Bundesliga an, in der die Rister Frauen letztmals in der Spielzeit 2021/2022 vertreten, aber sofort wieder abgestiegen waren. Kurzfristig will Zdravevska versuchen, dass „die Spielerinnen, die schon so weit sind, dass sie im Erwachsenenbereich höher als in der 1. Regionalliga spielen könnten“, ein Zweitspielrecht für einen der umliegenden Zweitligisten (Eimsbütteler TV, SC Alstertal-Langenhorn oder BG 89 Avides Hurricanes Rotenburg/Scheeßel) bekommen. „Das wäre wichtig für ihre Weiterentwicklung, die unsere oberste Prämisse ist“, sagte Zdravevska, die damit ein ähnliches Saisonziel ausgab wie ihr Ehemann Stanley Witt als neuer Trainer des Rister ProB-Teams.
Wir freuen uns auf eine spannende und hoffentlich erfolgreiche Saison!
Kommt in die Halle und unterstützt die Mädels!
Fotos: (c) Manningeaux