27. 09. 2026
Trotz „respektabler Leistung“: SC Rist verliert zum Saisonstart
Aufgrund der Elbtunnel-Sperrung erreichte Stanley Witt die heimischen vier Wände un Hamburg-Harburg am Sonnabend erst um 21.50 Uhr. Punkte hatte er nicht im Gepäck: Der SC Rist Wedel verlor zum Start der Saison 2026/2027 in der 2. Bundesliga ProB mit 70:75 (43:33) gegen die BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06, kurz „BSW Sixers“ genannt. „Wir sind Wettkämpfer, weshalb es sich natürlich nicht gut anfühlt, die erste Partie zu verlieren, und dann auch noch zuhause“, klagte Witt. Allerdings hatte der 31-Jährige bei seinem Pflichtspiel als Rist-Trainer auch „viele gute Dinge gesehen“ und stellte fest: „Wenn wir eine Nacht über die Geschehnisse geschlafen und das Spiel auf Video analysiert haben, werden wir viel Positives daraus ziehen können.“
Die Stimmung in der gut besetzten Steinberghalle war prächtig, die Rister Anhänger feuerten die junge Mannschaft immer wieder an. Und obwohl die Wedeler in der Anfangsphase mit 0:4 (1. Minute) und 4:7 (3.) in Rückstand geraten waren, stellte Witt zufrieden fest: „Grundsätzlich sind wir mit der nötigen Intensität in das erste Viertel hineingekommen.“ Seine Schützlinge hätten „so aggressiv und hart verteidigt, wie wir es uns vorgenommen hatten“, und daraus resultierend „viele einfache Punkte im Fastbreak erzielt“, frohlockte der Coach. Vor allem Nelson Martin und Darren Egbe konnten immer wieder mit einstudierten Spielzügen Lücken für ihre Mitspieler schaffen. So wurde per 7:0-Lauf ein 6:7-Rückstand (3.) gedreht in eine13:7-Führung (5.), die bis auf neun Punkte ausgebaut wurde (21:12/8.).
Dass die Hausherren nicht noch deutlicher in Front lagen, war vor allem ihrer Schwäche bei den Abprallern unter dem eigenen Korb geschuldet. „Wir waren im Defensivrebound nicht gut – das hat uns daran gehindert, uns schon in der ersten Halbzeit abzusetzen, und den Gegner im Spiel gehalten“, haderte Witt. Die Zahlen geben ihm Recht: Die Wedeler eroberten insgesamt 37 abprallende Bälle, die Gäste 49. Auch deshalb lobte Witt den Gegner aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld im Südosten Sachsen-Anhalts und speziell seinen Trainerkollegen Lukas Varga: „Das ist eine hervorragend gecoachte Truppe, die sehr hart hat und am Ende auch ein bisschen so gespielt hat, wie wir es eigentlich wollten.“
Die mit nur zehn Spielern im Kader angereisten Sixers, deren Akteure im Schnitt älter als die der Wedeler waren, hätten „einen Tick physischer agiert“ und „die nötige Abgeklärtheit gehabt, die Hände dann herauszunehmen, wenn sie sie raus nehmen mussten“, stellte Witt fest. Mit ihrer Körperlichkeit gelang es den Gästen auch, sich einige Male energisch zum Wedeler Korb durchzutanken. So konnten sie ihren Rückstand, der beim 32:43 (20.) am höchsten und auch beim 40:50 (25.) noch einmal zweistellig war, in der Schlussphase sukzessive verkürzen. Trotzdem lag das Heim-Team bis zur 33. Minute (60:58) durchgehend und letztmals beim 68:66 (35.) in Front. „Wenn es so lange eng bleibt, ist es natürlich so, dass in der Schlussphase auch das Nervenkostüm eine Rolle spielt.“
Und das nötige Quäntchen Glück, natürlich immer gepaart mit Können. Die BSW Sixers hatten beides, als zweimal Mohamed Ibrahim (zum 63:64/33. und 66:64/35. aus Gäste-Sicht) sowie Daniel Vorsovsky (69:68/36.) gleich drei Dreierwürfe in Folge versenkten. „Dagegen hatten wir kein Wurfglück, vor allem bei einigen Versuchen von außen – das war dann so ein bisschen die Geschichte des Spiels“, befand Witt. Diese Wahrnehmung stützt ein Blick in die Zahlen. Denn während lediglich vier von 22 Rister Fernwürfen im gegnerischen Korb zappelten, was einer 18-Prozent-Quote entspricht, versenkten die Gäste immerhin sieben von 24 Fernwürfen (29 Prozent).
Witts Schlussfazit fiel trotzdem positiv aus: „Dafür, dass wir auch in dieser Saison wieder die jüngste ProB-Mannschaft sind, haben wir eine respektable Leistung abgeliefert.“ Zwar hätten seine Schützlinge „das Spiel am Ende aus der Hand gegeben“, doch seien sie „davor über weite Strecken die bessere Mannschaft gewesen“, urteilte der Coach. Den Blick in die Zukunft gerichtet, versprach der 31-Jährige: „Wir werden nun eine genaue Videoanalyse vornehmen, uns sammeln und dann weiter hart trainieren.“
Das nächste Spiel findet auswärts in Hagen statt. Zu Hause geht es am 10.10. um 19:00 Uhr gegen die EN Baskets Schwelm weiter! Save the date!
Text: Johannes Speckner, Foto: (c) Manningeaux
SC Rist Wedel (Punkte): Muttilib (15), Krause (14), Leitao (14), Darren Egbe (7), Meinberg (6), Fatnassi (5), Martin (3), Postic (3), Lange (2), Cisse (1), Danny Egbe, Mellentin.
Viertel-Ergebnisse: 21:19, 22:14, 12:18, 15:24.