Nelson Martin war neben Jamil Muttilib (30 Punkte, Titelbild) mit 26 Punkten Topscorer, was für ihn sein ProB-Rekord bedeutet!
04. 10. 2026
SC Rist Wedel feiert ersten Saisonsieg in einem spannenden Spiel inklusive Overtime...
Was für ein Krimi! Der SC Rist Wedel hat am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga ProB seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Nach klaren Führungen, knappen Rückständen und einem 86:86 (51:52)-Gleichstand nach 40 Minuten triumphierten die Wedeler am Sonnabend mit 101:97 nach Verlängerung beim Aufsteiger BBA Hagen. Damit gewann Stanley Witt ausgerechnet in seiner Heimatstadt erstmals ein Pflichtspiel als Rist-Trainer. „Das fühlt sich gut an“, sagte der 31-Jährige, der sich nach der Partie noch mit Verwandten und Freunden austauschte, die in die Otto-Densch-Halle gekommen waren.
Traumstart gegen Aufsteiger
Eine Woche, nachdem die Wedeler ihr erstes Saisonspiel gegen die BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 06 mit mit 70:75 (43:33) verloren hatte, legten sie in der kreisfreien Großstadt am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets einen Traumstart hin. Nach drei Minuten führten sie mit 10:2, beim 22:11 war ihr Vorsprung erstmals zweistellig (6. Minute) – und in der Spitze betrug er zweimal 14 Punkte, nämlich beim 25:11 (7.) und beim 27:13 (8.). „Wir waren gleich da, waren wach und haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, lobte Witt seine Schützlinge.
Allerdings schlichen sich im zweiten Viertel auch reichlich Fehler in das Spiel der jungen Rister Mannschaft ein. Die Hagener bliesen im ersten ProB-Heimspiel ihrer Geschichte zur Aufholjagd: Beim 39:39 egalisierten sie erstmals (14.), um kurz darauf beim 43:42 ihre erste Führung zu feiern (17.). „Es hat sich ein Spiel entwickelt, in dem es hin und her ging“, analysierte Witt, der von seinem Team „viele gute Sachen, aber auch zahlreiche Fehler“ sah. Und die Partie blieb eng: Zur Halbzeitpause lagen die Wedeler knapp mit 51:52 zurück und im dritten Abschnitt erzielten die Hausherren abermals einen Punkt mehr.
So war das letzte Viertel erneut von höchster Wichtigkeit. Und anders, als eine Woche zuvor, als die BSW Sixers die Begegnung in den letzten Minuten auf ihre Seite hatten ziehen können, „haben unsere Jungs dieses Mal die Nerven behalten“, stellte Witt zufrieden fest. Drei Sekunden vor dem Ablauf der regulären Spielzeit verpasste Niklas Krause die Gelegenheit, den berühmten Sack zuzumachen: Von zwei Freiwürfen, die ihm zugesprochen worden waren, verwandelte er „nur“ den zweiten. Dadurch lagen die Wedeler mit 86:83 in Front, aber die Hagener bekamen noch einen Angriff – und Juri Glavovic egalisierte exakt mit der Schlusssirene zum 86:86.
Entscheidung fiel in der Overtime
So ging es in die Verlängerung, die mit wechselnden, knappen Führungen für alle Beteiligten erneut einem Wechselbad der Gefühle glich Als noch eine Minute und sieben Sekunden zu spielen waren, erhöhte Gregory Mckay per Korbleger für das Heim-Team auf 97:94. In der Folge ließen die Gäste aber keinen gegnerischen Punkt mehr zu; auf der Gegenseite egalisierten Jamal Martin per Freiwurf und Jamil Muttilib per Korbleger zum 97:97. Nachdem Niklas Krause einen Wurf des besten Hagener Punktesammlers Jeremiah Sparks (22 Zähler) geblockt hatte, eroberte Muttilib den Ball und sorgte 14 Sekunden vor Ablauf der Zeit mit einem weiteren Korbleger für eine 99:97-Führung. Als noch eine Sekunde auf der Uhr war, räumte abermals Muttilib mit zwei verwandelten Freiwürfen letzte Zweifel am Sieg aus – und knackte die magische 100-Punkte-Marke.
„Auch, wenn es in die Overtime ging, ist es schon eine gute Leistung, auswärts über hundert Punkte zu erzielen“, urteilte Witt, der zufrieden feststellte: „Wir hatten dieses Mal ein ganz gutes Händchen von außen.“ Tatsächlich verwandelten die Wedeler zwölf ihrer 31 Dreierwürfe (39 Prozent), womit sie auf eine bessere Quote als ihr Gegner – neun Treffer bei 27 Versuchen ergaben 33 Prozent – kamen. „Entscheidend“ waren laut Witt aber „die vielen gewonnenen Offensivrebounds, mit denen wir uns zahlreiche zweite Wurfchancen erarbeitet haben“. Insgesamt eroberten die Wedeler 47 abprallende Bälle (elf mehr als ihr Gegner), davon 17 unter dem gegnerischen Korb.
Dies war umso beachtlicher und erfreulicher, da Witt die Rebound-Schwäche noch als ausschlaggebend für die Niederlage gegen die BSW Sixers ausgemacht hatte. „Da haben wir uns also deutlich gesteigert“, frohlockte Witt, der „gerade unseren jungen Spielern ein großes Lob aussprach“. Und zwar dafür, dass sie „die gegnerischen Akteure, die nicht nur erfahrener, sondern größtenteils auch physischer und athletischer waren, speziell im letzten Viertel wie in der Overtime immer wieder ausgeboxt haben“.
Sonderlob für zwei Topscorer
Ein Sonderlob verdiente sich neben Importspieler Muttilib, der mit 30 Zählern seine Punkteausbeute aus dem ersten Spiel verdoppelte und erneut der Rister Topscorer war, auch Nelson Martin: Mit 26 Zählern erreichte der 20-Jährige die beste ProB-Punkteausbeute in seiner bisherigen Karriere. „Nelson ist ein sehr selbstkritischer, junger Mann, der sich fest vorgenommen hat, in dieser Saison noch mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagte Witt. Nach der Auftakt-Niederlage habe Martin „gesagt, dass er noch mehr machen möchte, und dann auch abgeliefert“, ergänzte der Coach. Indem er vier seiner acht Dreierwürfe versenkte, hatte Martin großen Anteil am Sieg – und daran, dass der Rister Tross die rund viereinhalbstündige Heimreise mit dem Bus bestens gelaunt absolvierte.
Nun hofft das Team am kommenden Samstag, den 10. Oktober, Tip off ist um 19:00 Uhr, auf den ersten Heimspieg gegen die EN Baskets Schwelm! Kommt in die Halle, supportet die Jungs!
Bericht: Johannes Speckner. Fotos: (c) Manningeaux
SC Rist Wedel (Punkte): Muttilib (30), Martin (26), Krause (8), Leitao (8), Meinberg (8), Cisse (5), Darren Egbe (5), Postic (5), Mellentin (4), Danny Egbe (2), Fatnassi, Steinig.
Viertel-Ergebnisse: 23:30, 29:21, 18:17, 16:18, 11:15.